Der Fall Maurer – der Craftbeer Skandal

Was lernen wir eigentlich aus der ganzen Affäre? 

Nun wenn man Opfer einer sexuellen Belästigung wird und sich zur Wehr setzt sollte man besser keine Frau sein, die in der Politik steht und der beschuldigte sollte besser kein österreichischen Bierwirt sein. 

Das wäre alles nicht annähernd so ausgegangen wenn es sich um 2 der Öffentlichkeit unbekannte Personen gehandelt hätte. 

Aber wie soll man eigentlich reagieren? Die Nachricht, die Frau Maurer erhielt ist unbestritten. Es gibt Beweise. Sie wurde veröffentlicht. Ob sie tatsächlich vom Accountinhaber stammte? Keine Ahnung. Es ist defacto nicht zu beweisen. Es ist aber auch tatsächlich eher unwahrscheinlich, dass es die Inhaber war, denn für ihn wäre die Folge, eine Veröffentlichung und damit eine Geschäftsschädigung absehbar gewesen. Und bis alles durchgefochten und er eventuell entschädigt wäre kann viel Zeit vergehen und ein Unternehmen zugrunde gehen. 

Also nein ich denke nicht, dass er es war. Warum kann ich sowas nur denken? Nun ich kenne weder ihn noch sie. Ich habe vorher von beiden niemals etwas gehört oder gesehen. 

Nur dieses eine Mal weil das Medienecho einfach hoch war. Und daher mache ich meine Einschätzung nicht davon abhängig wie er aussieht oder wem sie mal den Mittelfinger gezeigt hat, sondern eben davon wie wahrscheinlich es ist, dass jemand seinen geschäftlichen Ruf für eine obszöne Nachricht riskiert. Denn wenn wir ehrlich sind, üblicherweise werden solche Nachrichten verschickt, weil man eine Reaktion erwartet. Man erwartet die Empörung des Gegenüber und geilt sich daran auf. Das konnte man in diesem Fall aber nicht erwarten. 

Der Verfasser der Nachricht kannte die Frau aus der Öffentlichkeit und nicht etwa aus einem privaten Umfeld. Er konnte damit rechnen, dass es öffentlich gemacht wird. 

Also sind da 2 Möglichkeiten. 

  1. Der Verfasser war Frau Maurer nicht wohlgesonnen, wollte sie blöd anmachen aber nicht dafür gerade stehen, also nutze er die Möglichkeit im Bierlokal den Pc zu nutzen. Um anonym zu bleiben ohne auf die Konsequenzen für den Inhaber zu achten. 
  2. Der Verfasser wollte dem Inhaber des Lokals dezidiert schaden, in dem er diese Nachricht an eine Politikerin schickte, die dafür bekannt ist, Sexismus öffentlich anzusprechen. Und zu Recht gar nicht infrage stellt ob es der Accountinhaber ist, der da schreibt. Damit rechnet ja keiner. 

In beiden Fällen müssen beide aus dem Schaden lernen. Der Wirt sollte nicht auf einem öffentlichen PC in seine Social Media Konten eingeloggt sein. 

Frau Maurer sollte niemanden öffentlich an den Pranger stellen, wenn sie nur einen Facebook Account vor sich hat, denn man sich jederzeit ohne Ausweis erstellen kann. 

Und was lernen wir daraus. 

Wenn dir jemand eine obszöne Nachricht schickt, kannst du sie entweder ignorieren und damit dem Versender den Spaß an der Sache nehmen oder du steigst drauf ein, verabredest dich und gehst verkabelt hin, damit du später vor Gericht Beweise hast. 

Soweit haben uns die sozialen Medien also gebracht. 

An den Inhaber von Craftbeer kann ich nur sagen. Es sollte in seinem Interesse sein, den Urheber dieser Nachricht zu finden und diesen zu verklagen. Denn was auch immer dessen Motive waren, er hat diesen Imageschaden verursacht, der Belästiger und nicht die Belästigte.

Aber ich kann auch verstehen, dass Frau Maurer mit ihrem darauf bestehen, dass er es war, zu weit geht. Wenn sie ihn wie sie sagte zuvor nicht kannte, dann kann auch sie nicht sicher sein, dass er der Verfasser, der Zeilen war. Nicht nach allem was man über die öffentliche Zugänglichkeit, dieses PCs weiß. 

Ich, an ihrer Stelle, würde mich entschuldigen (auch wenns schwer fällt) und den Streit öffentlich beilegen. Damit sich beide wieder auf wichtigeres konzentrieren können.

Aber da spricht wohl das Harmoniebedürfnis aus mir.