Genderdebatte oder auch wie fühlt sich weiblich/männlich an? 

Die Genderdebatte ist für mich ein Rätsel und auch nicht.

Für mich stellt sich die Realität so dar: es gibt mehrheitlich 2 biologische Geschlechter, xx bezeichnet man als weiblich und xy als männlich. 

Die Natur ist aber manchmal auch kreativ und so kommt es manchmal zu Mutationen wie xxy (ob es auch xyy gibt weiß ich aktuell nicht).

Dies kann dazu führen, dass ein Mensch Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter hat und diese unterschiedlich stark ausgebildet sind. 

Ob dieser Mensch dann Kinder zeugen oder empfangen kann, dass festzustellen ist Ärzten überlassen. 

Wie sich diese Mensch selbst identifiziert, ist diesem Menschen zu überlassen. Und dafür wird nun auch mit dem dritten Geschlecht gesorgt.

Nun kommen wir zu den anderen Menschen. Menschen deren biologisches Geschlecht eindeutig ist, die sich aber nicht damit identifizieren, weil sie sich entweder mit dem anderen Geschlecht identifizieren oder aber mit keinem von beiden. 

Für mich ist das eine Frage der Einstellung und natürlich stark von der Erziehung, dem Umfeld und den Medien geprägt. Denn für mich stellt sich die Frage, wie fühlt sich weiblich an? Wie fühlt sich männlich an? 

Diese Frage beschäftigt die Menschen in unseren Breiten (von den USA bis nach Moskau) schon lange, was diverse literarische und cineastische Machwerke zum Thema Körpertausch beweisen. 

Der Mensch fängt vermutlich ab der Pubertät an seine Identität in Frage zu stellen und natürlich damit auch sein eigenes Geschlecht. Aber wenn man nun von den körperlichen Unterschieden absieht, woran machen wir es dann fest ob wir uns männlich, weiblich oder weder/noch fühlen. 

Einen Begriff gibt es für alles. Jeder soll sein Etikett ja auch finden. Aber unsere Genderidentität (ich nehm das Wort weil es sich leichter schreibt) hängt komplett von der Gesellschaft ab, also auch von uns selbst und welche Eigenschaften wir den Geschlechtern zuordnen. 

Wir ordnen zum Beispiel Männern nicht nur mehr körperliche Stärke zu. Auch emotional wird von Männern mehr Stärke erwartet als von Frauen. Und viele Männer können dieses Klischee einfach nicht bedienen, weil sie emotionaler sind und weil sie körperlich einfach von der Natur nicht soviel Kraft mitbekommen haben wie andere ihrer Geschlechtsgenossen.

Ist man nun ein sensibler und dann auch noch homosexuell, dann drückt einem die Gesellschaft sofort einen Stempel auf. In einer Beziehung hört man dann oft, dass man die Frau in der Beziehung sei. Und das nur weil man nicht dem Stereotyp entspricht, dass wir von Männern im Kopf haben. 

Und weil man von Kind auf mit diesen Stereotypen groß wird, drücken wir uns selbst diesen Stempel auf, dabei sind viele dieser Vorurteile gar nicht böse gemeint. 

Von klein auf, wurde mir oft und niemals im bösen gesagt, dass ich mich wie ein Lausbub benehme. Ich war frech und aufmüpfig, hab lieber mit Bausteinen und Autos gespielt als mit Barbie und Ken. Hatte oft und gerne kurze Haare und hab mich gegen Röcke und Kleider gewehrt. 

Trotzdem hab ich meine Identität nie in Frage gestellt. Denn ich habe trotz aller Stereotypen gelernt, dass ich einfach nur ich bin. Ich bin einzigartig und da passt kein Etikett drauf. Und ich finde es völlig in Ordnung auf einem Formular weiblich anzukreuzen (auch wenn diese Abfrage in den meisten Formularen total unnötig ist und eigentlich nur für medizinische Zwecke verwendet werden sollte) auch wenn mein burschikoses Auftreten gerne mal zu der Annahme führt ich wäre eine Lesbe (und natürlich wäre ich der Mann in der Beziehung 😂).

Es juckt mich nicht, dass ich nicht ganz ins Bild passe, dass meinem biologischen Geschlecht von der Gesellschaft zugeordnet wird, denn diese Stereotypen werden sich immer mehr aufweichen, je mehr wir lernen uns selbst und andere einfach so zu nehmen wie wir sind.

Wir müssen nur dazu lernen. Wir müssen unseren Kindern bei den Bienchen und Blümchen erklären, dass zwar nur Bienchen und Blümchen Babys machen können, sie sich aber auch untereinander vor Krankheiten schützen müssen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir müssen ihnen nicht beibringen was normal ist oder was moralisch vertretbar ist.

Unter Erwachsenen ist alles normal was allen Teilnehmern gefällt (können ja auch mehr als 2 sein, die Polyarmorie bekommt auch immer mehr Anhänger, dazu aber ein anderes mal mehr). 

Ich weiß nicht wie sich weiblich sein anfühlen soll, ich weiß nur, dass ich mich gut fühle so wie ich bin. Das braucht kein Etikett. Statt immer mehr Etiketten zu machen sollten wir vielleicht einfach, die ersten beiden Etiketten “männlich” und “weiblich” überdenken. Nicht mit gendergerechter Sprache sondern einfach im Alltag unserer Erwartungen an die Menschen nicht von deren Geschlecht abhängig machen.